Lieben. Auch wenn was fehlt.

Wir eilten zum Transporter. Viel zu spät dran waren wir, 200 km entfernt feierten die Nachbarn schon ohne uns. Ich öffnete die Fahrertür und just in dem Moment war mir klar: Er ist weg. Meine Hände kramten in Taschen, Plastikeinbuchtungen und Sitzrillen. Nichts. Natürlich war da alles Wichtige dran, an dem Schlüsselbund. Wenn schon weg, dann richtig. Würde ich auch so machen.

Unsere Hände tasteten auf Asphalt, unter Motorhauben, im Treppenhaus, in Zimmern, in Ecken, Holzschränken und Farbeimern. Unsere Augen sahen aneinander vorbei, aus Angst vor Stichen.

Wir standen im Hof und wühlten in blauen und schwarzen Müllsäcken in denen Tapetenstücke – Reste unserer Renovierungsarbeiten – vor sich hin gammelten. Wolken schütteten Wasser auf uns und ich spürte die Blicke und das Kopfschütteln der neuen Nachbarn im Nacken. Und das Kopfschütteln seiner Liebe. Seiner Liebe die sich klein machte.

Ich wusste der Schlüssel war weg. Trotzdem wühlten wir weiter. Tapetenstaub auf unseren Ärmeln und im Gesicht. Im Gefühl ein Gefühl von Unbehagen…

Plötzlich Finger die sich zufällig berührten. Das Zucken in den Spitzen, den Ellbogen. Das Zucken in den Mundwinkel, für ein kurzes Lächeln. Für das Lieben. Für unser Lieben…..Für die Liebe, die größer wird, auch wenn was fehlt.

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