Was ich so treibe

Mein Kopf  ist voll. Wahnsinnig viele Gedanken, Wünsche und Vorhaben kämpfen darin um Vormachtstellung und ich komme gar nicht mehr dazu, auf das zu achten was vor mir liegt. Wie zum Beispiel diese verdammte Tür, die mir heute den Weg versperrte, nachdem ich mich an einen Stück Vollkorn verschluckt hatte und wie eine Irre ins Bad rennen wollte. Volle Köpfe machen kaputte Zehen. Jeder Schritt ist jetzt ein Reminder meiner akuten Informations- und Gedankenüberflutung – vor ein paar Tagen war es übrigens ein knallorangefarbener Mülleimer, den ich übersah und mit meinem Fahrrad umschredderte –  jedenfalls: Ich habe beschlossen aufzuräumen. Bevor es zu spät ist und ich mir noch mehr Zehen breche oder mir und anderen ernsthaftere Schäden an Leib und Seele entstehen. Vielleicht kann ich dann auch endlich wieder eine Nacht durchschlafen, ohne dass ich vor Schreck in den Laken sitze, weil mein Vater mich in einem gigantischen Jumbojet über den Himmel jagt.

Zum Aufräumen bräuchte ich jetzt den Fotoplapperat von Samtmut, damit kann man die Gedanken mit einem Klick festhalten…

So mache ich es in Schmetterlingsmanier und flattere von Blüte zu Blüte.

Blüte 1: Das Schreiben. Ein Teil der Schmetterlingsidentität. Damit es nicht nur bei den einzelnen Spots und Dots bleibt, habe ich einen Pakt mit einer Freundin geschlossen. Diese Jahr werde ich 100 Seiten schreiben. Das klingt realistisch, greifbar, das klingt, als ob ich das schaffen könnte. Jetzt muss nur noch einer dem Nörgler und Kritiker in mir das Maul stopfen.

Blüte 2: Das Illustrieren. Eine alte und ganz neu entdeckte Liebe. Darauf muss ich aufpassen, da nur wenige Wochen alt. Das möchte ich entwickeln. Auch deshalb, weil die Buchidee Illustrationen einschließt.

Blüte 3: Die Kröten. Verdiene ich mir momentan mit Jobs, die mit meinem Studium nichts zu tun haben und Eltern und Bekannten regelmäßig die Schweißperlen aufs Gesicht treiben. Wie kann sie nur, wo sie doch…kennt ihr vielleicht. Nun, das liebe Geld ist eine Baustelle, denn leider konsumieren die netten kleinen Jobs auch viel viel Zeit. Hier werde ich demnächst andocken müssen. Eine Geschäftsidee muss her!

Blüte 4: Das Yoga. Und mit dieser Blüte rückt gleich auch Indien näher in den Fokus. Ich kann selbst noch gar nicht glauben, dass ich den Flug wirklich gebucht habe. Wie damals die Neuseelandreise fällt auch meine Indiennummer in die schwierigste Jahreszeit. Jeder Indienkenner würde mir wahrscheinlich den Vogel zeigen, im Juli zu fahren. Und dann auch  noch, um 4 Wochen lang von morgens bis abends Yoga zu machen. Aber ganz ehrlich: Genau das ist mein Leben und macht es für mich lebenswert.

Blüte 5: Das Tanzen. Da ich leider nur in meinen Träumen fliegen kann, versuche ich es mit Tanzen. Und habe das Gefühl, immer leichter zu werden…

Blüte 6: Die Zeit. Die grauen Herren rauchen sich momentan in meinem Leben die Finger wund. Wie gut, dass die Tage wieder länger werden…

So.

Jetzt nehme ich diese Blüten, binde einen bunten Strauß daraus und stelle ihn in die Vase auf meiner Kommode. Den Strauss werde ich so lange betrachten, bis mir die Augen zufallen.

Gute Nacht und gute Träume wünsch ich euch

Getaggt mit , , , , , ,

4 Gedanken zu „Was ich so treibe

  1. Sofasophia sagt:

    pssst, sie schläft. nicht wecken, sie träumt. leise, sie riecht an den blüten.
    ja, und alles wird, wie es am besten ist.
    gut nacht!

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  2. Angelika sagt:

    Es ist doch gar nicht schlecht, von Blüte zu Blüte zu flattern! Ich glaube, wenn man sein eigenes Thema gefunden hat (und vielleicht ist ja Dein Traum ein Hinweis darauf, dass Du grad am richtigen Thema dran bist!), dann kann man das ja aus verschiedenen Perspektiven betrachten. Schreiben, illustrieren, Menschen beobachten beim jobben, sich selbst beobachten beim Yoga…

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    • pillangoblog sagt:

      Mittlerweile sehe ich auch den verborgenen Sinn, die Blüten scheinen sich prima zu ergänzen und zu einem Gesamtbild zu fügen..
      Schön finde ich deine Anmerkung, dass das Bearbeiten verschiedener Themen gleichzeitig bedeutet, dass man das Leben quasi von verschiedenen Perspektiven beleuchtet..Liebe Grüße!

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