Prachtlibellen und Hirsebrei

Ja, es gibt jede Menge Gurken im Spreewald. Man kann sie von „Gurkentellern“ essen, im „Gurkenmuseum“ anschauen und auf dem 260km langen Gurkenradweg kann man sich so richtig intensiv mit ihnen und ihrer Herkunft beschäftigen. Auch die Massen an Rentnern in beiger Funktionskleidung, die sich auf Booten und Radwegen gegenseitig in Fitness und „fetzischen“ Sprüchen übertreffen, sind kein Klischee. Es gibt ktischige Folklore-Souvenirshops und Keramik-Drive-Ins entlang der Wasserwege. In den rustikalen Biergärten kann man sehr sehr salzige Schmorgurken und Erbsensuppe essen und über das gezuckerte Rot der Himbeerfassbrause staunen. Man kann im Spreewald alle Vorurteile bestätigt finden und sich, wenn man will, von morgens bis abends darüber echoffieren. Bis man endlich zurück in der Großstadt ist und sich morgens wieder an seinen Coffe-to-go und das Schokocroissant klammern kann, anstatt über den Sinn von lauwarmem Filterkaffee und Grützwurst nachdenken zu müssen.

Man kann aber auch einfach eine sauschöne Zeit haben, im Spreewald. Und es braucht dafür nicht viel. Außer vielleicht ein paar Sinnesorgane und ein Herz. Und ein Kanu. In dem kann man nämlich diese wahnsinnig grüne, extrem natürliche Natur auf sehr besondere Weise, aus einer anderen Perspektive entdecken. Dann ist man fast auf Augenhöhe mit den blütenweißen Seerosen und den wunderschön blauschimmernden, feenhafte Libellen, die sich im Schilf sonnen. Im Ohr der Ruf des Kuckucks und das Summen der Wasserläufer. Wenn man Glück hat, beobachtet man im wilden Farn Otter und in den Rotkirschen Buntspechte. Und lässt sich von den sagenhaften Irrlichtern am Abend gegen Pfand wieder nach Hause leiten. Dann den Hirsebrei draussen auf den Holzstufen nicht vergessen, damit der Drache „Plon“ Geld oder Getreide ins Haus bringt. Den hatten wir leider vergessen, und so ein Getreide könnte ich jetzt echt gut gebrauchen.

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9 Gedanken zu „Prachtlibellen und Hirsebrei

  1. Sofasophia sagt:

    toller text, echt richtig gut! und die bilder!!!
    ich kann es mir kaum vorstellen, dass es menschen gibt, die nie in den wald gehen. dabei ist es da viel sicherer als in der stadt.

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  2. Nur vom Lesen und Schauen Deines wunderbaren Artikels fühlt man sich schon schön weit weg … Klasse! Ich überlege noch, was es mit den Quarkkeulchen und dem Gurkenradler auf sich hat …😉
    mb

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    • pillangoblog sagt:

      Oh, vielen Dank, das freut mich sehr… Ich betrachte die Bilder momentan stündlich, dieses Grün! Der Quarkkeulchen-Wagen im Garten macht für mich absolut Sinn. So zwischen Unkrautjäten und Mittagsruhe ein gesunder gezuckerter Snack. Tja, und das Gurkenradler, beim Vorhaben es testen zu wollen verließ mich dann einfach der Mut.

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  3. Mika sagt:

    Zauberhafte Bilder hast du aus dem Spreewald mitgebracht!🙂 Vor allem die Boote haben es mir angetan. Wie weitläufig sind diese Wasserwege? Und ist das nur für die Touristen gedacht, oder nutzen die Einheimischen die Wasserstraßen?
    Das Bild mit den vielen Seerosen hat fast etwas Magisches: als würden Kerzen im Wasser tanzen.
    Ich bin ja froh, dass die Fotos klein sind. Wenn ich mir vorstelle, ich könnte in diese Landschaft in voller Bildschirmgröße eintauchen, würde ich mich den ganzen Tag auf deinem Blog herumtreiben.😉

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  4. pillangoblog sagt:

    Ich habe gelesen dass das Wasserwegenetz sich über 1500 km erstreckt. Wahnsinn, oder? Davon sind ca. 280 km befahrbar, genug, um die Stille zu finden, nach der man sucht. Auch die Einheimischen nutzen die Wege, die Post kommt via Boot und auch die Müllabfuhr. Sogar die Feuerwehr. Anders wären die Hobbithäuschen auch nicht erreichbar. Mich hat der Spreewald auf jeden Fall verzaubert. Ein märchenhafter Ort, alles darin, die Seerosen, die tanzenden Libellen, die Wasserspiegelungen wirkt so unberührt, so natürlich, wirklich: „magisch“.

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  5. Sherry sagt:

    Ach was für ein wundervoller Ort. Da möchte ich auch hin, auch wenn ich zu denen gehöre, die in den ersten Stunden der Ruhe leicht panikartige Gefühle entwickeln würde. Ich bin so stadtgeprägt. Und dennoch: Wunderschön …

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