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Ecriture automatique – Im Schwimmbad

Ich gehe ins Schwimmbad. Beobachte wie meine Hände sich, meine Hände sich immer wieder in der Gebetshaltung berühren um dann in einer Schwimmbewegung auseinander zu gehen. Mein Atem macht kleine Blasen auf der Wasseroberfläche. Das Wasser sieht aus als hätte jemand Öl darauf geschüttet, dieser zarte glänzende Film. Ein Teppich aus flüssigem, tanzenden Licht. Ich schwimme und diesmal möchte ich nirgendwo ankommen sondern mich einfach nur in die Bewegung hineinatmen ins Jetzt. Das Jetzt ist so, dass mein Körper sich verspannt anfühlt, hier und da piekst und einfach nur unangenehm da ist. Am Beckenrand stehen auf den weißen Fliesen Sonnenliegen die mit einem gelben Textilstoff bespannt sind. Der vermutlich das Wasser abweist. Zwischen den Liegen wird ein Plastikstuhl von einer Neonlampe in Licht gebadet und ich staune, als eine Frau sich darauf setzt und in ein Handtuch gehüllt anfängt ein Buch zu lesen….

Das Wasser. Ich schwimme darin, lasse mich von ihm berühren und sehne mich nach Berührungen. Nach Berührungen meines Partners auf meiner Haut. Meine Haut, die sich verschließt weil ich den Ruf meiner Seele nicht höre. Mir nicht erlaube diesen zu hören….die Seele die sich einfach Ruhe wünscht. Zeit, Worte zu finden. Das Geschehene in Worten auszudrücken und es nicht einfach in den Poren versickern zu lassen…überall diese ungesagten ungeschriebenen Worte in meinen Muskeln und Sehnen und in der Haut und dann der Partner der darüber streichelt und dich damit nur an all dieses Unausgesprochene erinnert, in dir, zwischen Euch…

Irgendwo ankommen, irgendwo ankommen, bei Dir. Was müsstet du mutig sein, was müsstet du einfach nur so sein, so sein wie du bist und dich endlich trauen, Ja zu sagen. Nein zu sagen. Dieses Bild, das du von dir gebaut hast, bauen willst einfach zu verwischen…dich zu trauen, die anderen diese Worte über dich sagen zu lassen die du nicht hören willst…was macht sie jetzt schon wieder…schon wieder nicht…wieder einmal…und doch weisst du dann diesmal…es ist anders weil du dich in dir für dich und deinen Weg entschieden hast…

Ich schwimme Bahn für Bahn…ich beobachte mich..die anderen…das Ein- und Abtauchen in der Großstadt..den Vater der mit seinem Kind im flachen Becken lacht und plantscht und wie ich mein Kind und meinen Partner vor Wut habe stehen lassen. Vor meiner Wut, die ich mit jedem Schritt den ich von unserem Haus weg gegangen bin, in die Erde habe fließen lassen…in die warme, umarmende Erde. An diesem Dezembertag, kurz vor der Wintersonnenwende.

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Nachtwache

Wie so viele Nächte in der letzten Zeit durchwacht, durchdacht, durchträumt. Die Zukunftsverästelungen hundertfach verfolgt bis ins kleinste Blatt. Fallende Blätter, blühende Knospen unter Rinde verborgen. Die lederne Couch, schwarz, und wie der Körper darin versinkt. Nächtliche Stürme, Stadt, Stille. Eine Plane schlägt an Fensterscheiben. Surrende Schreibtischlampe. Und wie das Licht so einsam. Im Nebenraum die schlafende Liebe, so warm der Körper, einwickeln darin versinken, noch nicht. Noch ein bisschen durchwachen, durchmachen, durchschneiden die schwarzgepolsterte Nacht. Die Haut weiß und matt, die Poren glatt. Worte auf die Lippen gestickt. Entwirrung und Verästelung. Der Baum steht still und wächst ins Unendliche.

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Ecriture automatique II

Meinen Traum noch flüchtig auf der Zunge. Verblasst zunehmends. Bilder Worte, ein leichtes Gefühl am Morgen. Trief nasse Haarwurzeln füttern meinen Bauch. Gefühlte 37 Grad im Raum

im Kaffeeduft glitzert deine Nähe zu mir. Ich liebe dich wenn du am morgen aufstehst dich anziehst dich zu mir aufs bett setzt ungeküsste Aufmerksamkeit in deinem hellen Atem ich liebe das. Fass mich unbedingt fester an fester in deinen Körperduft möchte ich mich wickeln. Prickelnde Nähe zitternder Atem, von Angst lass uns nicht sprechen auch nicht von aber und wenn dann nur weil wir drüber lachen uns lustig machen.

 _Ich möchte mehr fliegen, schweben über den erstaunten Gesichtern wie in den Träumen der Nacht. Fantasia, die Blüten in ihr Haar bindet. Mit ihr tanzen, singen, lachen über Pusteblumenwiesen laufen, der Knoten an meinem Hals geöffnet, die Brüste nackt. So wie wir eigentlich darunter sind unter unseren Zwiebelschichten von Klamotten tinkturierte Watte in unseren Bäuchen.

blue-flower-circus

flower circus

Was suchst du frage ich und bekomme keine Antwort. Oder höre ich sie nicht weil das Flüstern zu laut ist oder zu leise. An meinen Ohren vorbei an meinen Haaren, Zähnen, das ganze Körpersensomotorikmodell das um mich herum gebaut ist. Was suchst du frage ich und bekomme keine Antwort

denn die Suche geht unendlich. Zerfließt in Bodennebel, kosmischen Weiten in der Unendlichkeit der Zeitlosigkeit. Die Worte, die Welten die uns trennen und doch gleichzeitig verbindet uns was.

Das Jetzt. Wenn wir nur beide versuchen gleichzeitig darin zu sein werden wir uns begegnen für einen flüchtigen Augenblick. Dann werden wir uns sehen wie wir sind. Verletzlich und vollgepackt mit Liebe und Angst.

So wird es sein. Doch das Jetzt entgleitet uns in den meisten Momenten, Vergangenes, Zukünftiges speist unsere Gedanken, eisige Vergnügen, heiße Versprechen, Bedeutungslosigkeit. Schreiben, Weinen, Verarbeiten, Lesen, Fühlen, Denken. Immer tun wir was. Dinge. Handlungen. Einfach nur eingefroren sein für einen Moment. Oder einwattiert. Ohnmächtig ist so negativ besetzt. Ohne Macht. Genau das. Wir sind unserer eigenen Macht überfordert. Jeden Augenblick die Entscheidungen treffen was tun oder lassen. Was tut uns gut, was nicht. Was tut uns nicht gut aber anderen und was wollen wir davon trotzdem tun.

Entscheidungen treffen wir nicht immer im Bewusstsein. In Muster sind sie manifestiert, durch jahrelange immer währende Reaktionen auf eine Situation, automatisch ablaufende Gefühlshandlungen, Automatische Gefühle,

wir sind Gefühlsmaschinen, gar nicht so leicht das alles umzuprogrammieren um zu einem besseren Ergebnis von Leben zu kommen. So siehts aus. Das bessere Leben. Es wartet hinter zerschnittenen Mustern und wir sitzen an den Tischen und versuchen die Maschen neu zusammen zu setzen.

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Ecriture automatique

Heute habe ich beim Kaffee meinen Kopf ausgeschüttet.

Hier das Ergebnis in Absätzen:

 

die mühlen 

I

artige münder verschlossen

hinter den augen blicke der vernunft

gebärden

der gefühllosigkeit

umschließende riemen feuchte striemen angst-

losigkeit dein los der verfügung

gewalt widerstandslos

wieder reden wir

zwecklos

ohne unterlass lass uns klagen,

weiter, wieder

wider die

vernunft

 

II

brüskieren wir uns

wickeln uns ein in die

schatten des vergangenen übel-

launigkeit haftet an

deine krummen beine amputiert

jedes gefühl sieg

reiche unvernunft

ungläubiger

cream cheese cake

das rattern der zähne

in karamell die musik

die melodien schmeicheln

deinen Augen

 

III

was du sagst ist

wahr oder

unwahr wie wir

uns gegen seitig

bergen aus der unvernunft

verdrossen verschlossene Abneigung

gegen dich und mich

einwattierte zukunft

—–

 

Vernunft, Unvernunft, Zukunft – unft jetzt?

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