Archiv der Kategorie: Selbstfindung

Große Entschlusskraft bedeutet nicht einfach, sich Mühe zu geben. Es bedeutet, dass das gesamte Universum – Vögel, Bäume, Himmel, Mond und Himmelsrichtungen bei dir ist. Dein Körper öffnet sich und spricht. (Katagiri Roshi) 

Gerade bin ich in meinen alten Aufzeichnungen auf diesen Satz gestoßen. Ich finde ihn wunderschön und inspirierend. In ihm liegt eine Wahrheit, die mir Mut macht. Mut, endlich die  Entscheidungen zu treffen, die lange aufgeschoben wurden…

Inspiration

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Auszeit

Ihr Lieben, schon länger im Hinterkopf gehegt und nun ganz dringlich von der Stimme in mir gefordert: Ich nehme mir eine Blog-Auszeit. Da ist grad viel in meinem Leben, was ich nicht begreife und ich möchte mir Zeit nehmen, dem auf den Grund zu gehen.  Ich wünsche Euch einen sonnig-herbstlichen Herbst mit leuchtenden Farben und frischem Wind.

Pillangó

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Morgenseiten

welche geschichte. welches wort. bin ich in mir oder außer mir. bin ich verloren oder habe ich mich gefunden. welche wunden muss ich stopfen. mit welchem verschluss mich öffnen? ohne verdruss verlustieren. die einfrierende lust am leben. erheben wir uns gegen uns oder mit uns dagegen. konserviert. dafür die liebe in meiner gunst, unbeholfen. wolf klopft an meine tür: wer hier, wer was. and now i know what a free step is, vorwärts, you never know what you are looking for until you found it. gedankenmüll. müll trennen muss ich. alles muss and everything has changed in myself a transformation is taking place. left our floor. lift up. schreiben um zu leben. leben durch das schreiben. du selbst sein. wer bist du nur, bin ich? ein therapiegespräch. bin ich das mädchen auf der wolke, oder die kriegerin auf dem hügel? bin ich der kleinste funke und das universum? ich bin eine feder. in meinem blickfeld gummi und das blut der yucca-palme.

 Morgenseiten. So nennt Julia Cameron diesen automatischen „Gedankenmüll“ den man morgens ohne nachzudenken auf Papier bringt. Andere nennen es „automatisches Schreiben“. Ein Schreiben, das streng dem Bewusstseinsstrom folgt, ohne den inneren Zensor zu Wort kommen zu lassen. Ich habe die Morgenseiten eine Zeitlang regelmässig geschrieben, jeden Morgen nach dem Aufwachen meine Gedanken auf drei Seiten fließen lassen. Und ich tue es ab heute wieder.  Denn es ist eine wundervolle Technik, um die  Kreativität zu aktivieren und sich von dem ganzen Gedankenwust zu befreien, der bewusst und unterbewusst in uns umherwabert. Das schöne an den Morgenseiten ist: es gibt keine falsche Art, sie auszuüben, denn sie sind nicht als „Kunst“ gedacht. Wobei manchmal ganz interessante Texte dabei entstehen können…
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Rauhfasertapete, Renovierungen.

Ein hackendes Geräusch. Ein Spachtelarm. Ein Schaben und nochmals ein Schaben auf Beton. Bröckelnde Tapetenbahnen. Ein Gedanke: Pappmaché. Pappmaché, matschiges daraus formen wir Masken setzen sie uns auf unser Gesicht und spielen, wir wären jemand anderes. Geliebter lass uns Masken tragen aus Tapetenpappmaché, und unsere Münder hinein legen. lass uns unsere Körper nackt aneinander kleben und alle Ängste einbetonieren in das alte Gemäuer.

Er sieht mich nicht, er ist ein Spachtelarm. Er schürft unsre Wände frei damit sie atmen können. Nach all den Jahren, in denen jeder eine Schicht draufgelebt hat.

(Tapetenstaub auf meinen Lungen, wer schürft sie frei damit ich weiteratmen kann?)

Ich stehe auf einer achstufigen Leiter und bin dreimeter hoch. Meine hautfarbenen Arme sind überzogen mit winzigen Nieseltropfen weißer Farbe. Vor mir die rohe Mauer. Sie riecht nach feuchter Erde, wachsen jetzt Blumen darin wo wir sie freilegen?

Sie hat Poren wie meine Haut, und rissige Stellen. Mandelfarbene Flecken haben Vormieter hinein gespachtelt, die Mauer gestopft damit sie dicht hält. Meine Fingerspitzen zupfen Tapete von der Wand. Ein Stück halten sie mir vor die Nase. Ein Kunstwerk aus Farbe, Papier und fasrigen Holzfasern. Ein Holfasernetz in Farbe und Papier gepresst. Kleine Mandelstifte in Philadelphia. Ich lasse das Tapetenstück auf den Boden segeln. Ein Gefühl von Macht wie ich da so oben stehe und jemanden entblättere.

Mein Geliebter in einer Ecke, wie ein Maniac schürft er Meter um Meter Bahnen. Und ich streichle Wände, horche, atme hinein, beobachte pulsierende Halsschlagadern und unbewegliche Adern im Mauerwerk.

(Rauhfasertapete, September 2011)

Ich screene meine Texte und Gedanken des letzten Jahres. Ich weiß nicht warum ich das tue. Vielleicht, um mir selbst zu zeigen, dass nicht wahr ist, was ich denke. Was ich denke ist nicht unbedingt schön und schmeichelhaft. Es sind Gedanken die von Versagen sprechen. Gedanken, die mir einflüstern, was du machst ist nicht gut genug. Gedanken die sich an alte Muster klammern und sich mit ihnen verbinden, verbünden, und mir bei jeder Gelegenheit das Buch vorhalten, das nicht geschrieben wurde. Das Buch. Das da schlummert in so vielen Texten und Anfängen, tausendfach begonnen und immer wieder auf die Festplatte geschoben. Das Buch, das immer wieder von den anderen geschrieben wird, mit einer (vermeintlichen) Gewissheit und Selbstverständlichkeit, einer Gewissheit die mir fehlt. Urvertrauen, flüstert dann die Seele. In mir die Gewissheit, dass mir das fehlt. Doch ist das noch lange kein Grund die Dinge einfach stehen zu lassen. Oder.

Ich screene Texte und Gedanken des letzten Jahres und vergewissere mich: sie sind noch da. Ich vergewissere mich, dass ich es auch bin und das bin ich. Ich bin da, nach wie vor. Viele Schnipsel und Anfänge. Und kein Ende in Sicht. 

 

 

 

Fierce Medicine beats Angst.

In den Körperzellen stecken Emotionen fest, sagt Ana T. Forrest, die Begründerin von „Forrest Yoga“. Ich lese dies auf den ersten Seiten ihres Buches „Fierce Medicine“ und mag ihr nicht recht glauben. Ich denke: Gehirnzellen, ok. da sind Erinnerungen und die damit verbundenen Gefühle gespeichert. Aber Körperzellen? Der ganze olle Kram in meinen Hüften, Po und Oberschenkeln? Das kann ich nicht recht glauben. Die Vorstellung finde ich fast beängstigend.

Ana sagt, der Körper vergisst nicht. Ängste und Traumata werden in den Zellen über Jahre gespeichert. Sie bietet eine – auf Erfahrung – basierende Lösung an: Yoga-stellungen wie „Taube / Kamel / Handstand sollen länger als üblich gehalten werden. „Stay in the Yoga pose because that’s like shining a light on the trail of your fear.“

Ich bin skeptisch und trotzdem – oder gerade deswegen – folge ich ihren Anweisungen. Vielleicht auch, weil ich gerade in dieser „schwierigen Phase“ bin und händeringend nach „Lösungen“ suche. Am Abend begebe ich mich in die „Taube“, spüre meine Hüften zum Boden sinken, die sanfte Dehnung, die noch nicht ganz Schmerz ist. Mindestens 10 Atemzüge….Ich atme 20. Aua. Nach 25 Atemzügen will ich das Experiment beenden, als sich plötzlich Hitze in meinen Hüften und Beinen ausbreitet. Ich erinnere mich an Anas‘ Worte: „if you sense a rush of heat thats a sign of release.“Meine Neugier. Ich atme langsamer, tiefer. Ist das jetzt Schmerz? Plötzlich dieses Bild vor meinen Augen: ein Kind, dass seinen Rücken an die warme Heizung drückt, die Arme um die Beine geschlungen, ein Buch auf den Knien. Eine hockende Schutzstellung, Flucht vor den bad vibrations at home…. Erstaunen. Da sind tatsächlich Bilder in meinen Hüften. Und alte Ängste, die damit verknüpft sind. Meine Beine brennen, Hitze schießt den Rücken hinauf. „Cleanse your past from your cell tissue, breath and release“, flüstert Ana mir zu. Ich höre hin und atme weiter in meine Angst hinein.

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