Schlagwort-Archive: Selbstfindung

Selbst bei Grün bleibe ich stehen

Mein Kind sitzt schutzlos in der Ecke

während ich an Ampeln Halt suche

ich lehne mich an, sehne mich nach einem wahren Wort

einem Hinweis doch wenigstens

einem Bild von Dir

Doch nichts als Randnotizen

auf feuchtem Papier.

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Indien. Eine Umarmung.

An der Flugzeugtreppe. Indien haucht mir seinen feuchten, heißen Atem ins Gesicht. Ich schmecke Zimt und Kurkuma. Oder ist es Helge Timmerberg, der mir seine Wahrnehmungen ins Ohr flüstert? Mein Blick geht nach oben. Am Himmel ein Mond der in Dampf badet. Warten auf den Bus. Langsam weicht die Stille in mir. Ein leises Kribbeln. Jetzt kommt die Angst, denke ich. Ich spüre in mich hinein, lasse meinen Blick wandern, zu Lunge, Herz, Bauchraum, wundere mich. Da ist keine Angst, kein leiser Anflug von Panik. Da ist nur Müdigkeit, und dieses leichte Kribbeln. Vorfreude.

Im Taxi lasse ich mich vom Fahrtwind tragen. Vorne sitzen zwei Inder, denen ich mein ganzes Vertrauen schenke. Ich spüre das weiche Leder unter meinen Handflächen. Durchs offene Fenster reicht Indien mir seine Hand. Ich schüttele sie. Weich ist die Haut, hart der Händedruck. Auf meiner Iris tanzen Bilder: Wellblechhütten, Leuchtstoffröhren, bunte Saris. Nackte Füße, Menschen. Viele davon, schwarzäugig, schlafende Kühe. Zerschlissenes Leinen, dreckig. Neonreklame auf Beton, Palmen. Ich atme ein, fremde und vertraute Gerüche, beißende, üble, sanfte, zärtliche. In meinen Ohren immer wieder das Stottern und Hupen der TukTuks. In mir drin sanfte Wogen. Nicht der Angst, der Vorfreude. Vielleicht ist da sogar ein bisschen Stolz. Ich spüre das weiche Leder unter meinen Handflächen, und lasse mich in eine Umarmung fließen.

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Rauchzeichen aus dem Ashram

O.k. ich habe 5 Minuten bevor der Internetstore schliesst, also so kurz wie irgend moeglich: Ich mag den wahnsinnig suessen indischen Chai, die Monsterkroeten die mich am Abend mit ihren moenchartigen Gesaengen in den Schlaf wiegen, die Nebelwand, die sich morgens umd halb sechs zwischen Huegelketten hindurch in das Tal von Talwade schiebt, Mrs. Gandlik, die uns in mit ihren 75 Jahren mit brennender Leidenschaft in die heilige Schrift, Sanskrit, einweiht. Und: ich habe mich in das Singen von Mantren verliebt. Eine voellig neue Erfahrung fuer mich. Den Koerper durch die Vibrationen der Klaenge von innen heraus zu spueren und den Geist nicht wandern zu lassen, sondern ihn an das Mantra zu koppeln.\

Ja, es gibt auch wahnsinnig viel, was mich aufregt: wenn der Wecker morgens um 5 klingelt, es zum zehnten Mal hintereinander Reis mit Mung Dal gibt, der Monsoon mich mit Massen an Wasser ueberschuettet, oder der indische Lehrer mit uns Hinglisch spricht und ich kein Wort verstehe. Aber das sind Peanuts, oder?

 

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